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Montag, 29. Juni 2026

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska

Foto @Gisela Simak. Hintergrund kostenloses Bild von Pixabay. 

 Unbezahlte Werbung. Coverrechte: Dtv-Verlag

Verlagsinfo: Dieses Buch lässt Sie wieder an das Gute im Menschen glauben


Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoo-Studio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung »Am Kastanienbaum«, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt.


Ein anrührender Roman über das Alleinsein – und wie nah das Miteinander doch ist


Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit.


»Wenn Sie dieses Buch beendet haben, wird Ihre Welt eine bessere sein. Ich verspreche es!« Florian Valerius @literarischernerd


Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Entdeckung: Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.


Ein Gesellschaftsroman voller Wärme und zartem Humor über Freundschaft, Familie und Nachbarschaft


»Wäre Ina eine Minute später losgerannt, hätte sie Herrn Bello in seinem karierten Pyjama sehen können, wie er die Schlafzimmervorhänge aufzieht, das Fenster aufmacht und mit ernster Miene hinausschaut. Obwohl sie es eilig gehabt hätte, hätte Ina Herrn Bello zugewunken, sie kennt ihn vom Sehen, und Herr Bello hätte ›Guten Morgen‹ gesagt. Und damit hätte er an diesem Tag viel früher als sonst gesprochen. Es wäre eine flüchtige Begegnung gewesen, nichts Außergewöhnliches, nur ein kleiner Moment, der das Alleinsein überdeckt hätte.«


Meine Meinung 

Glück für das man keinen Namen kennt 

Ist in der Siedlung "Kastanienhof" eine Wohnung frei? Ich bin mir sicher, wenn ihr das Buch gelesen habt, stellt ihr die gleiche Frage. 

Ich bin mit sämtlichen Ohrwürmern von Roland Kaiser infiziert worden. Das ist der älteren Dame Frau Kaiser geschuldet, die ihrem Sohn den Namen Roland gab. Verwechslungen sind vorprogrammiert. 

Ich mochte die Menschen aus der Siedlung. Viele von ihnen haben sich untereinander erst kennengelernt, als sie ihre Wohnung verlassen mussten, weil in unmittelbarer Nähe der Baggerfahrer Paco auf eine Weltkriegsbombe stieß, die entschärft werden musste. 

Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen galt es, Bomben 💣 zu entschärfen. Da ist eine Frau, die sich darüber klarwerden muss, was sie eigentlich wirklich will. Eine Mutter erzählt ihrem Sohn, dass sie nun weiß, wo sein leiblicher Vater lebt. Ein Witwer frönt seiner Lust, Frauenkleider zu tragen. Der leise Mann wird lauter und bemerkt, wie gut sich das anfühlt. 

Paco hofft auf mehr Beachtung bei seinen Mitmenschen, da er ja so einen abenteuerlichen Fund hatte. 

Der flüssige Schreibstil bringt die Macken der Figuren sehr gut rüber. 1583 Menschen wohnen in der Siedlung; davon durfte ich ein paar wunderbare Freundschaften miterleben. Einige gab es schon, einige haben sich entwickelt. Das Thema "arbeiten ohne Arbeitserlaubnis" und die damit verbundene Ausnutzung junger Asiatinnen erleben wir in einem Nagelstudio. Ich habe ein Roboterhündchen erlebt, das ohne Vorwarnung pupst. 

Eine Bombe 💣 hat dafür gesorgt, dass einsame Menschen sich näherkommenn. Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen.

 Eine klare Empfehlung. Danke, Tanja Kokoska 


Autor*innenporträt

Tanja Kokoska

Tanja Kokoska wurde 1971 in Frankfurt am Main geboren. Sie war viele Jahre Redakteurin der Frankfurter Rundschau, zuletzt als Leiterin des Magazin-Ressorts. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende Journalistin und Autorin, unter anderem für die Satireseite "Die Wahrheit" (taz). Sie lebt nach wie vor in Frankfurt.


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