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Freitag, 28. August 2026

Das Geheimnis der Inselfrauen von Amanda Geard

Foto: @Tanja Rothert (Hintergrund kostenlos von Pinterest)

Das Geheimnis der Inselfrauen

von Amanda Geard (AutorIn)

Heyne Verlag                      640 Seiten                    ET: 10.06.2026 

 

Verlagsinfo Heyne:

Eine emotionale Familiengeheimnisgeschichte, eine Spurensuche von Irland nach Norwegen für Leser:innen von Kate Morton und Lucinda Riley

Ein altes irisches Herrenhaus, eine verschwundene Frau, eine emotionale Spurensuche in Norwegen

In Irland ist Maggie damit aufgewachsen, dass ihre Mutter ihr vor dem Schlafengehen die Geschichte vom Glasschlüssel erzählt hat. Ein nordisches Märchen, das von Maggies Großmutter überliefert wurde, die vor Jahren in einer stürmischen Nacht ihr Haus verließ und nie mehr zurückkehrte. Nun ist Maggies Großvater gestorben. Bei der Durchsicht seiner Sachen entdeckt Maggie einen verblassten Brief, der offenbar aus Norwegen stammt. Geschrieben von ihrer Großmutter während des Krieges, sie bittet ihren Großvater darin, ein Baby aufzunehmen. In diesem Moment wird Maggie klar, dass sie eine Frau mit vielen Geheimnissen war. Und begibt sich in Norwegen auf die Suche nach Antworten. Am nördlichsten Zipfel des Landes stößt sie auf die Geschichte vier mutiger junger Frauen, deren Leben sich durch die Besetzung ihrer winzigen Insel für immer verändert hatte. Kann Maggie die Wahrheit über ihre Familie aufdecken – und endlich das Geheimnis des Glasschlüssels lüften?  (unbezahlte Werbung, Coverrechte Verlag)

Perfekt für Leserinnen:

- die mitreißende Romane auf zwei Zeitebenen lieben
- die gerne einem dunklen Familiengeheimnis auf der Spur sind
- die eine tiefe Sehnsucht nach Irland und Norwegen spüren
- die nach bewegenden Romanen mit starken Frauenfiguren suchen

 

 Meine Meinung (Tanja):

„Toller Plot, allerdings mit Luft nach oben“

 

Der Klappentext entsprach genau meinem Beuteschema, dunkle Familiengeheimnisse, verschiedene Zeitebenen und interessante Schauplätze. Allerdings konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen.

Irland 2005

Nach einer gescheiterten Ehe ist Maggie in ihre Heimat Kerry zurückgekehrt. Kurz zuvor ist ihr Großvater Atticus Swan verstorben. In seinen Unterlagen findet sie einen alten Brief aus Norwegen, darin wurde gebeten eine Frau und ein Kind aufzunehmen. Das Kind scheint ihre Mutter Freja zu sein. Deren Mutter Anna verschwand vor über 40 Jahren in einer stürmischen Nacht. Ein Verlust, denn Freja nie wirklich überwunden hat. Dieser Brief und ein Gemälde von einer Inselgruppe in Nordnorwegen veranlassen Maggie nachzuforschen. Ihre Reise führt sie nach Hamburg und ins nördlichste Norwegen. Doch schafft sie es das Familiengeheimnis zu lüften? Und wie hängt das Märchen vom Glasschlüssel damit zusammen?

Einevaer 1940-1943

Die junge Astrid Amundsen ist aus dem besetzten Oslo geflohen. Der Vater ihres bestens Freundes hat ihr eine Stelle aus Aushilfslehrerin auf der Hauptinsel Hundholmen besorgt. Das Leben dort ist hart und entbehrungsreich, nur wenige Menschen leben dort. Astrid freundet sich mit den Schwestern Nina und Liv an. Ein junger britischer Soldat wird angespült, der eine dringende Nachricht überbringen muss. Kurz darauf macht die Wehrmacht auch in Einevaer Station, ganz Norwegen ist in deutscher Hand. Die drei jungen Frauen Astrid, Nina und Liv sind nicht bereit, ihre Freiheit aufzugeben und bringen sich in höchste Gefahr.

Der Erzählstrang in der Gegenwart wies für meinen Geschmack sehr viele Längen auf. Grob betrachtet ging es immer nur darum, dass Maggie damit beschäftigt war, den Hausstand ihres Großvaters durchzusehen und dabei Spuren aus der Vergangenheit suchte und den Verbleib ihrer Großmutter aufzuklären wollte. Ziemlich oft wurde thematisiert, wie ihr handwerklich völlig unbegabter Vater wieder etwas kaputt gemacht hat. Das Wiedersehen mit einer Jugendliebe verlief für mich sehr konstruiert. Im Gesamten hätte man hier einiges einkürzen können.

Der Teil in der Vergangenheit dagegen war für mich absolut spannend und sehr emotional. Hier konnten mich sowohl die Charaktere als auch das Wortbuildung absolut überzeugen. Die drei jungen Frauen Astrid, Nina und Liv haben wahren Mut bewiesen und sich im 2. Weltkrieg von der deutschen Besatzung nicht unterkriegen lassen und mit allen Mitteln gegen den Feind gearbeitet. Auch von Rückschlägen haben sie sich nicht unterkriegen lassen, bis nur die Flucht als Option blieb.

Der Schreibstil der Autorin ist vom Grunde her flüssig und bildhaft, was im älteren Erzählstrang auch perfekt umgesetzt wurde. Ich hatte das Gefühl, dass sie versuchte, der Gegenwart genau so viel Text zu widmen, was es jedoch nicht gebraucht hätte. So sind leider die bereits beschriebenen Längen entstanden.

Auch wenn das Buch sehr spannend und berührend endet, kann ich das Gesamtwerk leider nur als guten Durchschnitt bewerten. Dies ist jedoch meine persönliche Empfindung, andere LeserInnen werden es vielleicht anders sehen.

  

Mein Fazit:

Leider konnte der gegenwärtige Erzählstrang nicht mit der fesselnden Geschichte der Vergangenheit und ihren starken Charakteren mithalten. Gleiches gilt auch für das Setting. Irland blieb ziemlich blass, während mich das Archipel Einevaer mit seinen Naturgewalten absolut überzeugt hat.

 

Amanda Geard

Die gebürtige Australierin Amanda Geard hat überall auf der Welt gelebt, von einem Hausboot in London bis zu einer winzigen Insel in Norwegen, bevor sie sich in der irischen Grafschaft Kerry niederließ. Ihr Debütroman »Das Mitternachtshaus« ist ein Bestseller, und ihre Romane wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

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