Um was geht's?
WIE SPUREN AM SEE - DIE ERBIN
Bodensee-Saga
Die Frankfurter
Fotografin Isabella erbt von einer Unbekannten ein Haus am Bodensee.
Während sie versucht, diesem Mysterium auf den Grund zu gehen, lernt
sie den Sagenforscher Chris kennen. Gemeinsam tauchen die beiden in
die aufregende Vergangenheit der Erblasserin Ada - einst eine
berühmte französische Schauspielerin - ein, wobei sie sich auch
privat immer näherkommen. Im Zuge ihrer Recherchen deckt Isabella
nicht nur ein lang vergessen geglaubtes Verbrechen auf, sondern kommt
auch hinter ein wohlbehütetes Geheimnis ihrer eigenen Familie …
Meine Meinung:
Unheimlich charmant und spannend
Eintauchen und wohl
fühlen. So ging es mir bei dieser Geschichte. Ich liebe Geheimnisse.
Dazu noch eine Villa am Bodensee, und nichts kann mehr schief gehen.
Die Autorin hat einen mitreißenden Schreibstil. So konnte ich mich
wunderbar in Isabella hinein versetzen. Sie hat von einem Notar einen
Anruf erhalten. Die ihr unbekannte Ada hat ihr eine große Villa am
Bodensee vermacht. Ihr Lebensgefährte denkt sofort daran, alles zu
verkaufen. Versteht nicht, das Isabella nach Lindau fahren möchte,
um ihr Erbe in Augenschein zu nehmen.
Ich habe mich sehr
darüber gefreut, dass die Fotografin Isabella einfach zum Bodensee gefahren ist,
ohne diesen Tyrannen um Erlaubnis zu fragen. Ich möchte sogar
behaupten, dies war ihre beste Entscheidung. Als Fotografin gibt es
keinen besseren Ort. Am Bodensee angekommen, lernt sie den
charismatischen Sagenforscher Chris kennen. Von diesem Moment an habe
ich mich dann endgültig in die Geschichte verliebt. Pizza direkt aus
der Schachtel essen. Das war mit Chris wunderschön. Mit ihrem
Lebenspartner in Frankfurt wäre so ein Benehmen nicht möglich
gewesen. Dazu noch ein Hund, der im Zimmer herumläuft! Doch nie hat
sich Isabella glücklicher gefühlt. Chris hilft ihr, das Geheimnis
um die französische Schauspielerin Ada aufzudecken. Fasziniert
betrachtet sie die wunderschönen Gemälde von Ada. Durchsucht mit
Chris das Haus, um Antworten zu finden. Doch Klarheit bringt erst ein
Besuch zu Weihnachten bei ihren Eltern.
Geschichten um
Familiengeheimnisse gibt es viele. Aber diese hier ist schon ein
besonderes Sahneschnittchen. Das mag unter anderem daran liegen, dass
ich den Bodensee schon öfter besucht habe und ihn stets vor Augen
hatte. Ich war eigentlich darauf gefasst, dass bei Isabellas
Recherchen etwas sehr Tragisches aufgedeckt wird. Aber mit diesem
Ergebnis habe ich nicht gerechnet.
Trotz der
ernsthaften Thematik versprüht die Geschichte Urlaubsfeeling. Daran
kann auch das Gefühl von Isabella verfolgt zu werden, nichts ändern.
Es erzeugt zusätzlich Spannung und animiert zum Weiterlesen.
Das Ende hat mich
sehr neugierig auf die Fortsetzung der Bodenseesaga gemacht.
Fazit:
Das Setting hat mich
in Urlaubslaune versetzt. Der Bodensee bildet den passenden Rahmen zu
dieser spannenden Geschichte. Der melancholische Prolog erweckt
sofort Neugier auf den weiteren Verlauf der Geschichte.
Ein großes
Dankeschön an Sibylle Baillon und den Gmeiner Verlag.
Sibylle Baillon wurde 1966 in Frankfurt
am Main geboren. Nach einer erfolgreichen Ausbildung zur Bürokauffrau
folgte sie dem Ruf der Ferne und zog nach Frankreich, wo sie als
Leiterin der Exportabteilung im Blumengroßhandel Karriere gemacht
hat und später Ausbilderin wurde. Seit jeher von Geschichten
vergangener Epochen fasziniert, arbeitet sie heute als freie Autorin
und hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht. Wenn sie also
nicht gerade in Büchern schmökert, gilt ihre Leidenschaft dem
Schreiben romantischer, historischer sowie kriminalistischer
Geschichten.