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Samstag, 25. Juli 2026

Tage am Fluss von Jochen Marris


Unbezahlte Werbung. Coverrechte KiWi Verlag

Verlagsinfo: Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen, um bei sich anzukommen

An einem heißen Sommertag strandet ein junger Mann bei der Fährfrau Sara Harmsen und bringt all ihre sorgsam errichteten Mauern ins Wanken. Ein Roman über alte Wunden und den Mut, sich wieder auf das Leben einzulassen.

Sara Harmsen betreibt eine kleine Fähre, die das Dorf Erlengrund mit dem Rest der Welt verbindet. Mit sieben Hühnern, drei Schafen und der Hündin Luna lebt sie in einem abgelegenen Haus am Fluss. Eines Tages taucht auf Saras Fähre ein junger Mann mit einer Kopfverletzung auf, Leon. Sara verarztet den jungen Mann und versteckt ihn bei sich. Dafür verlangt sie, dass er ihr bei den Arbeiten rund um ihr Haus hilft. Beim Scheren der Schafe, bei der Reparatur des Hühnerstalls und beim Sensen der Obstwiese kommen sich Sara und Leon zögerlich näher und bringen den Mut auf, sich ihren alten Wunden zu stellen. Und sie teilen ihre Liebe zur Natur und die Sorge um unseren Planeten. Als die beiden sich gegen eine geplante Brücke wenden, die Saras Fähre bedroht, sehen sie sich Anfeindungen und Übergriffen aus dem Dorf ausgesetzt. Und dann tritt auch noch der Fluss über die Ufer …

»Diese Zeit ruft nach Geschichten wie dieser. Stark und stärkend, voller Lust am Leben. Große Empfehlung!« 
Luisa Neubauer

Meine Meinung 


Ich habe jedes Wort genossen. 

Eben habe ich einen Roman beendet, der viele Themen und wunderbare Protagonisten beinhaltet. Die Geschichte erzählt von schwierigen familiären Verhältnissen und den daraus resultierenden seelischen sowie körperlichen Verletzungen. Sie erzählt von Menschen, die sich auf magische Weise kennenlernen. Sie erzählt vom Klimawandel und den bedrohten Arbeitsplatz der Fährfrau. 

Sara Harmsen verdient sich ihren Lebensunterhalt in dem kleinen Dorf Erlengrund, indem sie die Bewohner mit der Fähre zu den anderen Orten bringt. Ihr Arbeitsplatz ist nicht mehr sicher, da der Bau einer Brücke die Fähre ersetzen soll. 

Sie liebt Bücher und liest in jeder freien Minute. Zu ihren Tieren pflegt sie ein inniges Verhältnis. Die Hündin 🐕 Luna begleitet sie auf Schritt und Tritt und die Hühner lassen sich von ihr streicheln; springen ihr sogar auf den Schoß. 

Als der junge Mann Leon mit einer Kopfverletzung auftaucht, gerät ihr geordnetes Leben etwas durcheinander. Auch Leon ist manchmal überfordert. Vor allem, wenn ihm ein Huhn auf den Schoß hüpft, um gestreichelt zu werden, und vielleicht sogar ein Ei legen will. Das in seinem Schoß?!

Aber, ich schweife vom Thema ab! Sara traut Leon anfangs nicht und nimmt ihn nur für eine Nacht auf. Leon möchte nicht gefunden werden und kann Sara überreden, bleiben zu dürfen. Zwei helfende Hände kann die alleinstehende Frau gut gebrauchen. Außerdem streben beide gleiche Ziele an, was die Natur betrifft. 

Mir hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht, Sara und Leon ein Stück den Fluss entlang zu begleiten und dabei zu entschleunigen. Beide finden am Fluss ein Ventil, um sich ihrer Vergangenheit und ihren seelischen Verletzungen zu stellen. 

Wie die Inhaltsangabe bereits verrät, gibt es auch noch eine Naturkatastrophe. Ich möchte nichts mehr verraten und empfehle Euch, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen, um mit der Fähre ins kleine Dorf Erlengrund zu kommen. Vielleicht stärkt ihr bei der Gelegenheit Sara und Leon den Rücken. 

Eine klare Empfehlung für diesen atmosphärischen Roman, der mich sprachlich und thematisch überzeugen konnte. Die Figurenzeichnung ist gelungen. Ich hatte beim Lesen stets das Gefühl, vor Ort zu sein und alle Personen gut zu kennen. 

Danke, Jochen Marris. Ich habe jedes Wort genossen.


Jochen Mariss, geboren 1955 in Köln, studierte Grafikdesign mit Schwerpunkt Fotografie in Bielefeld und war Mitbegründer des Verlags Grafik Werkstatt. Hier erschienen zahlreiche Gedichte und Fotografien von ihm, u. a. in Form von Foto-Text-Postkarten, und machten seinen Namen im deutschsprachigen Raum bekannt. Diese lyrischen Texte waren der Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit, es folgten Kurzgeschichten und Kinderbücher. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Bielefeld. »Tage am Fluss« ist sein Romandebüt.




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