Meine Blog-Liste

Donnerstag, 26. März 2026

Hinter der Maske - Neuanfänge von Birgit Starke

Foto: @Tanja Rothert (Hintergrund kostenlos von Pinterest) 

 

Hinter der Maske - Neuanfänge

von Birgit Starke (AutorIn) 

Empire Verlag     359 Seiten             ET: 20.02.2026 Ebook / 26.03.2026 Printausgabe


Verlagsinfo Empire:

Wannsee 1909: Fanny ist als Kindermädchen im Hause Robert von Lengenfelds angestellt. Dort trifft sie auf den erwachsenen Halbbruder ihres Zöglings und ist erschrocken und fasziniert zugleich. Leander ist stets übel gelaunt und hält sein Gesicht hinter einer Maske verborgen. Obwohl Fanny deshalb von nächtlichen Albträumen geplagt wird, zieht sie am Tag sein betörendes Klavierspiel in den Bann. Und schon bald weicht ihre anfängliche Zurückhaltung ihm gegenüber einer tiefen Zuneigung. Leander scheint ihre Gefühle zu erwidern. Doch ein dunkles Geheimnis belastet sein Herz. Wird er sich Fanny jemals anvertrauen können? Und wird sie die Wahrheit ertragen?

Hinter der Maske: Neuanfänge ist der Auftakt der emotionalen und herzergreifenden Familiensaga von Birgit Starke. (unbezahlte Werbung, Coverrechte Verlag)

 

 
Meine Meinung (Tanja):

„Was verbirgt sich hinter der Maske“

Vor längerer Zeit habe ich einmal eine Novelle der Autorin gelesen und war erfreut, dass sie mir den Auftakt Ihres Romandebüts anvertraut hat. Das Buch ist unterteilt in zwei Zeiträume. In den Jahren 1909 – 1910 lerne ich das Kindermädchen Fanny kennen, welches sich um die jüngste Tochter Leni des Hausherrn Robert von Lengenfeld kümmert. Aus erster Ehe leben dort noch zwei erwachsene Söhne, zum einen der ruhige und ausgeglichene Felix, zum anderen der von einem Sanatoriumsaufenthalt zurückgekehrte Leander. Lé ist vom Wesen her kalt und aufbrausend und verbirgt sein Gesicht hinter einer seiner zahlreichen Masken. Er benötigt eine Gehhilfe und ist teils auf Hilfe angewiesen, verzaubert jedoch mit seinem begnadeten Klavierspiel. Dies ist es, auch was Fanny von anfänglicher Scheu und Angst in Zuneigung und Liebe zu ihm wandelt. Lé erregt oft den Unmut seines Vaters, der seine mangelnden Manieren tadelt. Die beiden haben kein gutes Verhältnis. Felix versucht oft zu vermitteln und scheint eine besonders nahe Verbindung zu Lé zu haben. 

Der zweite Teil des Buches umschreibt die Jahre 1908 – 1909 und spielt somit zeitlich früher. Lé führt ein einigermaßen zufriedenes Leben in Paris und gibt als begnadeter Musiker der talentierten jungen Geneviéve Unterricht in Operngesang. Aus der Lehrer-Schülerin-Beziehung werden mit der Zeit tiefere Gefühle. Lé´s Stimmungsschwankungen belasten die Liebe und sein Cousin Maurice muss öfters vermittelnd eingreifen. Er ist es auch, der einen Teil von Lé´s Geheimnis offenbart. Das scheint mir jedoch noch nicht das ganze Ausmaß seiner gequälten Seele zu sein.

Anfangs fühle ich mich ein wenig an die Geschichte von Die Schöne und das Biest erinnert, allerdings habe ich davon sehr schnell wieder Abstand genommen. Die beiden Hauptprotagonistinnen sind gut gezeichnet und zeitgemäß dargestellt. Lé mit seinen wechselhaften Charakterzügen habt es mir sehr schwer gemacht, mich mit ihm anzufreunden, was hat ihn so bösartig werden lassen? Es kann nicht nur der schmerzhafte Verlust der geliebten Mutter gewesen sein. Der Vorfall, aus dessen Grund er die Maske trägt wird von allen Familienmitgliedern verschwiegen, ein absolutes Tabuthema. Auch scheint die Beziehung zu seinem Bruder Felix ziemlich bizarr zu sein und über das normale Maß hinauszugehen.

Birgit Starke hat mit dem Auftakt dieser Familiensaga den Spannungspegel ziemlich hoch gesetzt. Stück für Stück streut sie Puzzleteile aus, die ein komplettes Bild jedoch noch in weiter Ferne lassen. Band 1 endet mit einem dramatischen Vorfall, der den Ursprung von Lé´s Knieverletzung aufklärt, jedoch viele Fragen offenlässt. Ich bin schon gespannt, welche in Band 2 ihre Beantwortung finden und werde mich bis dahin in Geduld üben. 
Vielen Dank Birgit Starke für diese tief verworrene Liebesgeschichte.

 

Mein Fazit:

Der gelungene Auftakt einer historischen Familiensaga mit einem nicht sehr gefälligen aber höchst interessanten männlichen Charakter. Welche schrecklichen und prägenden Erlebnisse haben ihn zu einer gequälten Seele werden lassen und warum tut er sich so schwer eine Liebesbeziehung zu führen. Mit viel Spannung macht die Autorin neugierig auf die tiefer gehenden Hintergründe.

 

Birgit Starke

Birgit Starke wurde 1978 geboren und lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Bayern. Erste schriftstellerische Versuche unternahm sie bereits in ihrer Schulzeit. Nach einigen nicht veröffentlichten Kurzgeschichten und einer Novelle, die 2022 bei einem Kleinverlag erschien, gibt sie mit der Trilogie Hinter der Maske nun ihr Romandebüt.

Bei ihren Geschichten dreht sich vieles um ebenso romantische wie komplizierte Liebesbeziehungen, seelische Abgründe, Hoffnung und Verzweiflung, Spannung und unerwartete Wendungen.

Neben ihrer Familie und dem Schreiben spielt auch die Musik eine große Rolle in ihrem Leben. Seit ihrer Jugend singt sie im Chor, hatte zeitweise auch privaten Gesangsunterricht und steht hin und wieder auch als Solistin auf der Bühne. Ihre bislang größte Rolle war die der Gretel in der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen