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Dienstag, 5. Mai 2026

Der Fährmann von Regina Denk

Foto: @Tanja Rothert (Hintergrund kostenlos Pinterest)

Der Fährmann

von Regina Denk (AutorIn)

Droemer HC                             384 Seiten                      ET: 02.03.2026

Verlagsinfo Droemer Knaur:

Der Fährmann

Roman | Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld – und eine Gemeinschaft, die der Nationalismus entzweit

»Sagen Sie alle Verabredungen ab! Sie werden in diesem Roman versinken.« Bestsellerautorin Ruth-Maria Thomas – der neue Roman von Regina Denk!

Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:

Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert. Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt. (unbezahlte Werbung, Coverrechte Verlag)

»Dunkel und märchenhaft kommt der neue Roman von Regina Denk daher. Mit ganz besonderem Ton zieht sie den Leser in die Orte ihrer Heimat, in längst vergangene Zeiten. Dort angekommen beschreibt sie ihre Figuren und deren tragische Geschichte so eindringlich, dass es schwer fällt, sich von ihnen zu trennen. Ich jedenfalls habe dieses Buch in einer Nacht durchgelesen.« Bestsellerautorin Eva Lohmann

Entdecken Sie auch Regina Denks hochgelobten und atmosphärischen Roman »Die Schwarzgeherin«: »Düster und stark.« Brigitte

 

Meine Meinung (Tanja):

 

„Mitreißend, ehrlich mit einer besonderen Atmosphäre“

 🌟🌟🌟🌟🌟

Hohenwart 1894 - Von jeher war es so, der Fluss nimmt, der Fluss gibt. Der Winkler Hannes entgeht nur knapp dem Tod, seit er in die Salzach fiel. Seit der Genesung verbindet ihn eine tiefe Freundschaft mit der Hofer Elisabeth und der Wirtstochter Annemarie, der deutschen Seite des Flussufers. Nach seiner Genesung im Alter von 6 Jahren entscheidet das familiäre Schicksal über den Winkler-Sohn, er wird als 4. Sohn die Nachfolge seine Onkels als Fährmann antreten und bald bei diesem in die Lehre gehen. Als Fährmann heiratet man nicht, da es nicht Frau und Kinder geben soll, die bei einem Unglück um ihn trauern. Bereits im Alter von knapp 12 Jahren müssen die Kinder der Grenzregion arbeiten wie die Erwachsenen. Sei es auf dem Hof, im Wirtshaus oder als Fährmann. Auch wenn kaum noch Zeit bleibt, halten Hannes, Annemie und Lisi ihre Freundschaft so gut es geht aufrecht. Obwohl Hannes und Lisi sich zueinander hingezogen fühlen, darf keiner seine Gefühle offenbaren. Der Hofer Bauer hat bereits die Heirat von Lisi mit dem Steiner Josef arrangiert, so dass Geld zu Geld kommt mit zwei großen Höfen. Die Annemie hatte jedoch gehofft, dass der Josef sie heiratet, da er sich nur zu gern mit ihr erfreut. Mit der Heirat beginnt für die 4 jungen Leute ein Strudel aus Liebe, Neid, Gewalt und dramatischen Ereignissen, nochmals verstärkt durch die Einflüsse des 1. Weltkriegs. 

Schon von der ersten Seite an erfasste mich eine enorme Bildgewalt und eine beklemmende, düstere Atmosphäre. Das Leben im deutsch-österreichischen Grenzgebiet ist für niemanden ein Zuckerschlecken. Von Kindesbeinen an wird der Alltag durch harte Arbeit, Entbehrungen und Gewalt geprägt. Kinder und Frauen werden mit Zug und Ordnung von den Familienoberhäuptern beherrscht. Während Hannes und Annemarie sich mit Stärke ihrem Leben stellen, hat die Elisabeth einen schweren Stand am Steiner Hof, wo sie wenig Beachtung und einen gewalttätigen Mann vorfindet.

Regina Denk schildert ohne beschönigende Worte ein Leben beherrscht von Gewalt, Überlebenskampf, der Suche nach Anerkennung und unglücklicher Liebe. Was bin ich dankbar, zu der Zeit nicht gelebt zu haben, immer an der Grenze zwischen Leben und Tod. Sprachlich ist Regina Denk eine perfekte Zeitreise in die Vergangenheit gelungen. Mit ihrer lebhaften und fesselnden Erzählweise habe ich nur so an den Zeilen gehangen und wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Der Autorin ist mit DER FÄHRMANN ein literarisches Meisterwerk gelungen. Vielen Dank dafür.


Mein Fazit:

Düster, atmosphärisch und rasend, wie ein ungezügelter Fluss treibt die Autorin uns Leser durch ein deutsch-österreichisches Familiendrama zur Zeit des 1. Weltkrieges. Sprachlich herausragend fühlte ich mich in der Zeit versetzt und ganz nah bei den vielschichtigen Charakteren. Hoffnung und Bangen ließen mich oft die Luft anhalten. Ein wahres Meisterwerk.

 

Regina Denk

Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König veröffentlichte sie humoristische Bayern-Krimis. Nach "Die Schwarzgeherin" ist "Der Fährmann" ihr zweiter Roman bei Droemer. 

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